22.06./23.06.2017 – Schweres Unwetter über Hannover

Die Unwetterfront mit Wind, Blitzen und Starkregen, die am Donnerstagabend (22. Juni) über die Landeshauptstadt Hannover gezogen ist, hat im Stadtgebiet für erhebliche Schäden und Beeinträchtigungen sowie einen Großeinsatz der Feuerwehr gesorgt. Mittlerweile sind alle Einsätze erfolgreich bewältigt worden. Im gesamten Stadtgebiet stürzen Bäume um oder Äste herab und Keller liefen voll – insgesamt wurde die Feuerwehr zu über 500 Einsätzen gerufen

Nachtragsmeldung (23. Juni 2017 um 14 Uhr)

Nach über zehnstündigem Dauereinsatz hatte der Einsatzstab am 23. Juni gegen 7 Uhr damit begonnen, die erschöpften Einsatzkräfte der Feuerwehr sukzessive aus den Einsätzen zu entlassen. Von den frühen Morgenstunden an meldeten sich aber weiterhin dutzende Menschen in der Regionsleitstelle und schilderten durch den Sturm verursachte Schäden. Hieraus resultierten bis 14 Uhr noch rund 95 Einsätze zu denen Einsatzkräfte der Feuerwehr ausrückten. Hierbei handelte es sich fast ausnahmslos um Wasserschäden, umgestürzte Bäume oder abgebrochene Äste.

Die Feuerwehr Hannover hatte damit im Zusammenhang mit der Unwetterlage rund 600 Einsätze zu bewältigen.

Abschlussmeldung (23. Juni 2017 um 7 Uhr)

Ab 20:45 Uhr hatte das Unwetter mit Sturmböen und Starkregen von Badenstedt bis Misburg weite Teile des Stadtgebiets Hannover erfasst. Zahlreiche Bäume stürzten um und abgebrochene Äste herab. Sie blockierten Straßen und Wege, hier war unter anderem der Südschnellweg im Bereich des Seelhorster Kreuzes betroffen. Straßen standen teils bis zu 20 cm unter Wasser. Eine Vielzahl von Kellern lief voll.

Innerhalb kürzester Zeit meldeten Bürgerinnen und Bürger der Feuerwehr über 500 Einsätze. Die Feuerwehr Hannover stellte umgehend einen Einsatzstab auf, löste Vollalarm für alle Freiwilligen Feuerwehren aus und aktivierte dienstfreie Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr. Auch Freiwillige Feuerwehren aus Laatzen, Langenhagen, Hemmingen und Garbsen unterstützten zeitweise die Landeshauptstadt.

Besondere Einsatzschwerpunkte waren der Hauptbahnhof sowie mehrere Krankenhäuser. In einen Versorgungsschacht im Untergeschoss des Hauptbahnhofes drangen mehr als 60.000 Liter Wasser ein. Zudem waren Elektroversorgungsleitungen sowie ein Mittelspannungstransformator einer Elektrounterverteilung unter Wasser gesetzt worden. Dies hatte zur Folge, dass ein Teil des Hauptbahnhofes von der Stromversorgung getrennt werden musste. Zurzeit laufen hier noch die Pumparbeiten der Feuerwehr.

Die DB AG stellte aufgrund der Sperrungen von mehreren Fernverbindungen für am Bahnhof gestrandete Reisende zwei sogenannten Aufenthaltszüge bereit. Die beiden Züge wurden von rund 800 Personen in Anspruch genommen. Eine Betreuungseinheit der JUH versorgte zudem rund 1500 Personen mit Essen und Getränken.

In der Kinderklinik auf der Bult war unter anderem auch ein OP-Bereich durch den Starkregen überflutet worden. Die Feuerwehr setzte hier Pumpen und Wassersauger ein. In Folge des Unwetters lösten in vielen Objekten im Stadtgebiet die automatischen Brandmeldeanlagen aus. Nach Kontrolle durch die Feuerwehr waren in allen Fällen keine Löschmaßnahmen erforderlich. Zahlreiche umgestürzte Bäume blockierten die innerstädtischen Hauptverkehrsstraßen und Schnellwege oder beschädigten Oberleitungen der üstra-Stadtbahnlinien. Feuerwehrleute beseitigten an vielen Stellen große Äste und Baumstämme.

Das Konzert der Band „Guns ‚N Roses“ mit 70.000 Besuchern auf dem Messegelände wurde in Abstimmung zwischen Feuerwehr und Veranstalter während des Unwetters aus Sicherheitsgründen unterbrochen und konnte gegen 22:20 Uhr fortgeführt werden.

Neben den Unwettereinsätzen kam es um 21:39 Uhr In der Otto-Brenner-Straße zu einem Kellerbrand in einer Elektroverteilung, der von Einsatzkräften schnell gelöscht werden konnte.

Zu einem tragischen Verkehrsunfall kam es kurz nach 1 Uhr auf dem Messeschnellweg in Höhe der Abfahrt Garkenburgstraße. Hier war ein PKW aus bisher ungeklärter Ursache von der Fahrbahn abgekommen und gegen einen Baum geprallt. Die beiden Insassen wurden dabei in ihrem Fahrzeug eingeklemmt und erlitten schwerste Verletzungen. Eine junge Frau musste noch vor Ort während der technischen Rettungsmaßnahmen wiederbelebt werden. Die Rettungskräfte der Feuerwehr setzten ihr hydraulisches Rettungsgerät ein und konnten beide Personen befreien und in ein Krankenhaus bringen.

Zum jetzigen Zeitpunkt hat die Feuerwehr nahezu alle Einsätze erledigt. Der Einsatzstab der Feuerwehr Hannover erwartet nach Informationen des Deutschen Wetterdienstes zurzeit keine weiteren Unwetterereignisse in der Landeshauptstadt. Bei dieser Unwetterlage waren 568 Einsatzkräfte der Feuerwehr damit beschäftigt, die entstandenen schwerwiegenden Eingriffe in die städtische Infrastruktur zu beheben und die Auswirkungen möglichst gering zu halten.

Feuerwehrchef Claus Lange, der die Gesamtleitung der Einsatzmaßnahmen innehatte und mit einem Stab die Einsatzmaßnahmen koordinierte, dankte allen Einsatzkräften für ihr besonderes Engagement.

Die Unwetterlage am 23. Juni 2017 um 4 Uhr

Viele der unwetterbedingten Einsätze sind mittlerweile von den Einsatzkräften abgearbeitet worden. Der Einsatzstab der Feuerwehr Hannover erwartet nach Informationen des Deutschen Wetterdienstes zurzeit keine weiteren Unwetterereignisse in der Landeshauptstadt. Im Stadtgebiet sind aber nach wie vor noch über 500 Feuerwehrleute im Einsatz.

Aufgrund des sehr hohen Notrufaufkommens hatte die Feuerwehr Hannover zusätzlich ein Bürgertelefon geschaltet. Diese Schaltung konnte nunmehr aufgehoben werden. Bürger können sich wieder über die bekannten Rufnummern an die Feuerwehr wenden.

Die Feuerwehr Hannover geht noch von einer Einsatzdauer von mehreren Stunden aus.

Die Unwetterlage am 23. juni 2017 um 3 Uhr

Um 20:45 Uhr am Donnerstagabend gingen noch während eines kurzen aber heftigen Gewittersturms mit Blitz und Starkregen die ersten Notrufe zu Wasserschäden, umgestürzten Bäumen sowie überschwemmten Straßen in der Regionsleitstelle ein. Innerhalb kürzester Zeit lagen über 500 Einsatzanforderungen vor. Die Feuerwehr Hannover löste Vollalarm für alle Freiwilligen Feuerwehren aus und aktivierte dienstfreie Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr. Die Anzahl der eingehenden Anrufe und Anfragen bei der Leitstelle der Feuerwehr Hannover belief sich auf mehr als 200 gleichzeitig und machte eine Priorisierung nach Dringlichkeit notwendig. Es konnte zu Wartezeiten bis zu 60 Minuten und mehr bis zum Eintreffen der Rettungskräfte kommen.

Bei schwerwiegenden, dringenden Fällen war jedoch rasche Hilfe sichergestellt. Die Feuerwehr Hannover bat darum, nicht den Notruf 112 zu blockieren und diesen nur in wirklich dringenden Notfällen, Unfällen oder Bränden zu wählen. Für alle anderen Anfragen und für Informationen stellte die Feuerwehr Hannover ein Bürgertelefon unter der kostenfreien Rufnummer 0800 – 731 31 31 zur Verfügung. Geringfügige Wasserschäden sollten – wenn möglich – mit eigenen Mitteln behoben werden. Gegen 1 Uhr war die Feuerwehr noch mit einer Vielzahl an Kräften im Großeinsatz. Der Einsatzstab rechnete mit einer Einsatzdauer bis in die frühen Morgenstunden.

Zahlreiche Veranstaltungen mussten durch das Unwetter unter- oder sogar abgebrochen werden. So wurde das Konzert der Band „Guns N‘ Roses“ auf dem Messegelände für ca. 90 Minuten unterbrochen. Die Messe öffnete ihre Hallen 25 und 26 für die Zuschauer zum Unterstellen.

Quelle(Bericht): https://www.hannover.de/Leben-in-der-Region-Hannover/Sicherheit-Ordnung/Feuerwehr-Hannover/Presse-und-%C3%96ffentlichkeitsarbeit/Aktuelle-Meldungen